Reise nach Japan Februar 2020

Irgend wie habe ich einen Schuss, jedes mal nach einem langen Überlandflug schwöre ich mir, das mache ich erst in ein paar Jahren wieder. Doch kaum 8 Monate später sitze ich schon wieder über den Katalogen und such mir eine Reise heraus mit noch viel längerem Flug. Heuer war es eine Reise nach Japan, in ein Land das ich mir nicht so richtig vorstellen konnte. Schon die Anreise begann schwierig, da der Abflug von Düsseldorf war. Also dachte ich es wäre schlau schon am Sonntag zu fahren und eine Nacht im Hotel in Düsseldorf zu verbringen. Doch nichts da, der Zug von Nürnberg hat in Frankfurt am Hauptbahnhof gestoppt. Danach ging nichts mehr. Ein Taxifahrer aus Köln hat mich dann für 20€ nach Köln mitgenommen, da es hieß der Regionalverkehr läuft noch. Doch In Köln angekommen ist nichts mehr gegangen und ich musste in einem abgestellten ICE übernachten. Am nächsten Tag ist es dann endlich nach Düsseldorf weiter gegangen und ich saß nach eine Odyssee im Flieger nach Japan.

In Tokio am Flughafen Haneda angekommen wurden wir mit dem Bus zum Flughafen Narita gefahren von dem aus es nach Hiroshima ging. 

Nachdem ich endlich mal wieder ausschlafen konnte begann der nächste Morgen mit einer Überraschung. Heute hatten wir noch keinen Bus zur Verfügung, also steuerten wir unser erstes Ziel, die Insel Miyajima mit der Straßenbahn an. Leider war das Wetter nicht so schön, es regnete fast andauernd, und das berühmte Tor im Meer war eingerüstet und wurde renoviert. Trotzdem ein lohnendes Ziel. Im Anschluss fuhren wir wieder zurück in das Stadtzentrum in den Friedenspark. Hier wurde an den Abwurf der Atombombe im August 1945 erinnert. Das Friedensmuseum ist auch sehr interessant, vor allem die Exponate die die Zerstörung durch die Atombombe zeigen. Abends waren wir dann noch in einem Restaurant für Okonomiyaki, fälschlich als Japanische Pizza bezeichnet. Es ist ein Buchweizenpfannkuchen mit Nudeln, Weißkraut und verschiedenem Fleisch belegt mit einer Spezialsoße. Sollte man sich in Hiroshima nicht entgehen lassen.

Auf dem Weg nach Kyoto besichtigten wir als erstes Kurashiki, wo ein paar alte Häuser an einem Kanal stehen. Für mich sind das immer die Zwischenziele dass eine lange Reiseetappe mit dem Bus etwas aufgelockert wird. Hier werden dann halt B-Ziele im Prospekt schön beschrieben. Ist aber an und für sich nicht schlecht, irgend etwas gibt es immer zu Entdecken. Nachmittags waren wir dann noch in Okayama und Besuchten die Korakuen, einen Landschaftsgarten aus dem 17. Jahrhundert. Wäre wahrscheinlich zwei Monate später schöner gewesen, aber war eine gute Möglichkeit sich die Beine zu Vertreten.

In Kyoto angekommen bot uns unser Reiseleiter an mit ihm per U-Bahn in die Innenstadt zu fahren. Hier war entlang eines Flusses eine Gasse mit vielen Restaurants. Die beste Möglichkeit zu Abend zu essen. Hier gab es paniertes Rindersteak mit Reis und verschiedenen Soßen, einfach sehr gut. Am nächsten Tag besichtigten wir erst den Ryoanji Tempel mit seinem Zenngarten, dann den goldenen Pavillon und die Residenz des Shogun. Für mich der Höhepunkt war der Fushimi-Inari-Schrein mit seinen schier endlosen Torgalerie. Den Abschluss bildete ein Bummel im Viertel Shiko-Karawamachi mit seinen Marktstraßen voll mit traditionellen Geschäften und Restaurants. Alles in allem ist Kyoto eine sehr sehenswerte Stadt.

Am nächsten Tag in machten wir einen Ausflug nach Nara. Wegen seiner vielen alten und gut erhaltenen Tempel gehört Nara mit zu den bedeutendsten touristischen Zielen in Japan. Hier wurden wir an einem Ende von unserem Bus abgesetzt und wanderten dann von einer Tempelanlage zur Nächsten. Unter anderem sahen wir den Daibutsu, die größte Bronzebuddha-Statue der Welt. Die Sikahirsche sind an den Tempeln schon fast eine Plage. Es war zwar jeder Tempel anders, aber am Abend war mein Bedarf an Kultur gedeckt. Der Reiseleiter bot uns noch an ihn zum Hauptbahnhof von Kyoto zu begleiten, echt eine Sehenswürdigkeit mit moderner Architektur und eindrucksvollen Lichteffekten bei Nacht. Auch Essen konnte man dort gut und Preiswert.

Am folgenden Tag fuhr unser Bus nach Hikone zu einer der ältesten Burgen Japans. Leider spielte das Wetter nicht so mit, der Aufstieg fühlte sich so an als ob man in einem Bach läuft. Die Burg war Represnetativ, die Fotos aus dem inneren sind leider nichts geworden, da die Linse ständig beschlagen ist. Weiter ging es nach Takayama, dort besichtigten wir zuerst die alte Provinzverwaltung und dann die Altstadt mit ihren Sake-Brauereien. In einer konnte man für 350 Yen 8 Sorten Sake probieren. Ist nicht schlecht, doch Bier oder Wein ist mir lieber.

Nach dem Frühstück war das Dorf Shirakawago mitten in den Japanischen Alpen unser nächstes Ziel, eine Art bewohntes Freilandmuseum. Weiter ging es nach Yamanouchi mit seinen heißen Quellen. Hier kann man die Japanmakaken, die einzieg Affenart in Japan bewundern. Leider waren sie nicht beim Baden. Wie ein Amerikanischer Reiseleiter seiner Gruppe erklärt hat waren sie schon wieder umgezogen und abgetrocknet, so dass man sie nur beim spielen sehen kann. So ernst wie die Amerikaner geschaut haben bin ich sicher, die haben jedes Wort geglaubt. Abends waren wir dann in Nagano, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1998.

Der Morgen begrüßte uns mit Schneefall, hatten wir noch nicht. Auch Nagano war als Wintersportort total schneefrei. Auf dem Besichtigungsprogramm stand als erstes der Zenkoji-Tempel in Nagano. Dann weiter nach Matsumoto zur Burganlage. Weiter dann auf dem Weg zu Berg Fuji, der höchsten Erhebung Japans. Schon von weitem konnte man den Berg sehen.

Die Reise neigte sich langsam dem Ende, es geht in Richtung Tokio. Doch erst nach Kamakura, einer Kleinstadt an der Küste. Hier besichtigten wir den großen Buddha, im Anschluss den Hasedera-Tempel mit seinen vielen Schutzgöttern. Darauf  machten wir noch einen Bummel durch die Einkaufsstraße vor der Weiterfahrt nach Tokio. Nachmittags kamen wir dann am Hafen an, von wo aus man eine gute Sicht auf Tokio hat. Sogar die Kirschen haben schon geblüht, was will man mehr.

Abends schlug unser Reiseleiter vor mit der U-Bahn zur Shibuyakreuzung zu fahren, die bekannteste Kreuzung Tokios. In dieser Gegend gibt es viele Geschäfte und Restaurants. Von einem Gebäude hat man einen sehr schönen Blick auf die Kreuzung von oben. Hinter dem Bahnhof gibt es auch noch ein paar alte Straßenzüge. 

Am nächsten Tag war denn die Stadtrundfahrt durch Tokio. Hier kamen wir vom Meiji-Schrein, der strake Verbindung zum Kaiserhaus hat, über einen Rundblick vom Roppongi-Hills-Mori-Tower. Danach ein kleiner Bummel über die Ginza, die vornehme Einkaufsstraße Tokios. Der letzte Stopp war am Kannon-Tempel, an dem sich eine Ladenstraße anschließt. Mir taten Abends die Füße so weh dass ich keine große Lust auf Unternehmungen hatte. Ich habe mich in ein Steakhaus gesetzt und mir ein 300g Steak bestellt. Ein würdiger Abschluß einer schönen Reise.