Südstaaten 2009

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Als ein Fan von Country Music und Elvis wollt ich mir schon immer mal die Südstaaten der USA anschauen. Im Vorfeld hab ich etwas „gewildert“ dadurch, dass ich mir von verschiedenen Reiseanbietern die Rundreisen im Internet durchgeschaut habe. Aus den zwei die mir am Meisten entsprochen haben hab ich dann eine Route gebastelt. Start und Ziele meiner Rundreise war Atlanta. Den großen Fehler bei meiner Planung den ich gemacht habe war, dass ich für Atlanta nicht noch einen Zusatztag eingeplant habe.

Atlanta

Angekommen bin ich Nachmittags auf dem Flughafen in Atlanta. Zuerst mal hab ich mir den Mietwagen abgeholt, einen PT_Cruiser von Dollar Car Rental, gebucht aus Deutschland über Billiger-Mietwagen.de da hier die Preise am günstigsten waren. Mein Tip: Schränkt bei der Suche bei Mietwagen immer auf Firmen ein, die euch einen voll getankten Mietwagen vermieten und ihr diesen auch voll zurückgeben müsst. Ferner werde ich keine Auto mehr bei Dollar mieten, da die mir zwei mal Fahrzeuge ohne Tempopmat geliehen haben, was in den USA bei den langen Strecken einfach blöd ist. Nach der Nacht im Hotel hab ich mir am nächsten Morgen erst mal ein Navi gekauft. Ein TomTom für 1oo Dollar hat mir sehr gute Dienste geleistet. Dann hab ich das Geburtshaus von Martin Luther King besucht. Hier ist eine Nationale Gedenkstätte für den Bürgerrechtler eingerichtet und hier ist er auch Bestattet.

Savannah

Dann auf an die Küste nach Savannah in Georgia. Die ruhige, etwas altertümlich wirkende Stadt mit ihren schmucken Häusern und den Bäumen von denen das „Spanische Moos“ hängt wirkt wie man sich den alten Süden vorstellt. In den Lagerhäusern am alten Hafen sind Restaurants und Andenkenläden untergebracht. Eine Stadtrundfahrt mit einem der holprigen Trolleys oder mit der Pferdekutsche ist eine gute Idee.

Nach einer Nacht in Savannah in einem Motel das Romantisch direkt an einer sechsspurigen Ausfallstraße gelegen ist bin ich am Morgen nach Hilton Head Island gefahren. Man merkt schnell dass das ein Sommerquartier für Reiche ist. Überall hohe Hecken, dafür aber in der Mitte des Hauptortes ein öffentlicher Strandzugang, weißer Sandstrand, alles sehr gepflegt. Den Abstecher kann man machen, ihn sich aber auch sparen.

Carleston

Bevor ich nach Carleston in South Carolina in den Ort gefahren bin habe ich am Hafen am „Patriots Point“ vorbeigeschaut. Dort liegt der Flugzeugträger USS Yorktown aus dem 2. Weltkrieg und das U-Boot USS Clamagore als Museumsschiffe vor Anker. Ist mal Interessant Schiff und U-Boot zu besichtigen, vor allem merke ich auf dem U-Boot dass für einen Mann mit meiner Statur das nicht in Frage gekommen wäre. Auf dem Flugzeugträger sind auch alte Flugzeuge und Waffen ausgestellt. Teilweise sind Szenen mit Puppen nachgestellt, so liegt z.B. im Operationssaal eine Puppe auf dem OP-Tisch.

Nach der Besichtigung weiter in die Historische Altstadt von Charleston. Eine ruhige, sehr liebevoll gepflegte Stadt mit schönen Häusern und schmucken Plätzen. Das Einzige was ich auf meinem Spaziergang durch die Stadt nicht gefunden habe war ein Restaurant oder ein Cafe für eine kurze Siesta. Wahrscheinlich habe ich mit schlafwandlerischer Sicherheit immer genau den Weg genommen, auf dem es weder Essen noch trinken gegeben hat. Also hab ich dann Abends auf dem Weg zum Hotel an der ersten Tankstelle angehalten und was zu Trinken besorgt. Das Hotel war besser gelegen, allein in 200m Umkreis 12 Restaurants und Imbissbetriebe, auch gut für das Frühstück am anderen Morgen, denn in vielen US Hotels gibt es kein Frühstück. In diesem Hotel lag auch ein Prospekt von einer historischen Boone Hall Plantage aus, die man besichtigen kann. Somit hab ich das am anderen Morgen gemacht. Eine lange Allee aus Eichen führt zum Farmhaus. Neben dran stehen noch die alten Häuser für die Sklaven. Im Preis ist auch eine Führung durch das Haus und eine Rundfahrt über die Felder enthalten. Das ganze mit Historie und Moderne zu sehen, die Sklavenunterkünfte und die Pracht des Herrenhauses waren eine neue Erfahrung.

Asheville

Nach der Plantagenbesichtigung über den Highway dann nach Asheville, dem Tor zu den „Great Smokey Mountains“, einem Nationalpark in den Appalachen. Eigentlich wollte ich Abends noch in die Berge fahren, aber ein starker Platzregen hat mich davon abgehalten. Die Stadt selbst bietet außer einem Einkaufszentrum wenig Sehenswertes. Nach einer Nacht im Hotel bin ich dann am Morgen über den Blueridge Parkway in die Great Smokey Mountains eingefahren. Erst war ein dichter Nebel, so dass man die Hände vor Augen nicht mehr sehen konnte.

Doch nach einem Tunnel war auf einmal strahlender Sonnenschein und dann konnte man sehen, warum es „rauchende Berge heißt. Ich konnte über den Wäldern Nebelschwaden wie Rauch sehen. Nach jeder Kurve ein neuer, faszinierender Anblick. Mitten drin liegt ein Indianerreservat der Cherokee und in diesem kommt man in eine andere Welt. Dort ist ein riesiges Casino mit mehr als 1000 Spielautomaten und fast die Hälfte war besetzt. Das an einem ganz normalen Donnerstag gegen Mittag. Ich hab dort auch etwas gezockt, mir ein paar Freigetränke schmecken lassen (Natürlich Alkoholfrei!)und bin dann für 10 Dollar zum Buffet zum Mittagessen. Anschließend bin ich dann nach Chattanooga weiter gefahren.

Chattanooga

Abends hab ich dann in einem Einkaufszentrum das Restaurant mit den besten Spare rips der USA gesucht. Leider war das Einkaufszentrum riesig, neben an war noch eines und alles unter der selben Hausnummer. Hier war auch das Navi nicht sehr hilfreich. Leider waren die meisten die ich gefragt habe auch nicht sicher wo es liegt, bis ich nach einer Stunde einen Wachmann getroffen habe. Der hat mir dann erklärt, dass ich das Gelände durch die hintere Ausfahrt verlasen muss, mich dann rechts halten und um die Ecke ist dann das Restaurant. Zur Entschädigung waren aber die Rippchen echt gut und gar nicht teuer.

Am nächsten Morgen wollte ich dann mit der Standseilbahn Lookout Mountain Incline Railway auf den Lookout Montain mit schöner Aussicht auf die Stadt. Oben angekommen wurde das Wetter schlechter und man konnte durch den Nebel fast nichts erkennen. Also habe ich beschlossen wieder nach unten zu Fahren und die Ruby Falls zu besuchen, den höchsten unterirdischen Wasserfall der Welt. Mehr als einen Kilometer musste man durch eine enge Tropfsteinhöhle wandern bis wir an dem Wasserfall waren. Über 100m ist hier ein Bächlein runtergestürzt. War wirklich ein Erlebnis, vor allem da die Betreiber dort mit Licht und Soundeffekten für einen größeren kick gesorgt haben. Nach dem Höhlen besuch dann zur nächsten Besichtigung: Ein Abstecher zu meinem Freund Jack Daniels in Lynchburg Tennessee. Die Führung durch die Brennerei ist kostenlos und auf jeden Fall den Umweg wert. Leider ist das ein trockener Landkreis, also der Ausschank alkoholischer Getränke ist Verboten, so dass der Whiskey nicht gleich gekostet werden kann. Ja, der Ort hat, genau wie in der Werbung behauptet wird, nur ein Verkehrsampel.

Nashville

Abends dann bin ich in Nashville angekommen. Hier hab ich am Hotel mein Auto stehen lassen und bin mit dem Taxi nach Nashville zum Broadway gefahren. In jeder Kneipe hat Livemusik gespielt, 56 Sorten Bier im Angebot und eine Bombenstimmung. So ist es dann gekommen dass es Abends doch etwas spät wurde. Leider brach gerade als ich nach einem Taxi für die Rückfahrt schauen wollte die Sintflut los. Auf einmal spricht mich die Fahrerin einer Limousine an, ob ich ihr Fahrgast sei. Ich hab das verneint, doch gesagt, dass ich nach einem Taxi suche. Darauf hin hat sie mir angeboten, mich schnell für 10$ zu meinem Hotel zu fahren. Manchmal braucht man auch Glück, zumal die reguläre Fahrt 14$ gekostet hätte.

Am nächsten Morgen hab ich mich dann zur Grand Ole Opry aufgemacht, dem Herz der Country Music. Als ich meine Karte für die Abendvorstellung gekauft hatte sah ich, dass in 10 Minuten eine Tour hinter die Kulissen beginnt. Also erst mal dies Tour mitgemacht, dann im Regal Opry Mills Shopingcenter eine Runde gedreht. Nachmittags dann noch der Country Music Hall of Fame in der Innenstadt einen Besuch abgestattet. Die restliche Zeit bis zur Abendvorstellung der Grand Ole Opry hab ich wieder in einem Honkytonk auf dem Broadway verbracht. Dann die Vorstellung in der Opry. Hier wird jeden Samstag die am längsten laufende Radiosendung der Welt live ausgestrahlt. Auch wenn nicht jede Band nach meinem Geschmack war, allein das Erlebnis war schon was Wert.

Aus der Opry

Memphis

Am nächsten Morgen bin ich dann nach Memphis weiter gefahren. Sonntag Nachmittags auf der Beale Street mit Blues aus allen Kneipen. Als ich Abends am Hotel angekommen bin habe ich leider festgestellt, dass das gar nichts ist. Vor allem hat mich die Umgebung aus Ruinen und Fabriken gestört. Somit bin ich nur eine Nacht geblieben. Am nächsten Morgen dann einer der Höhepunkte der Tour: Graceland! Villa, Autosammlung, Flugzeuge und Fotosammlung waren zu Besichtigen. Die Audioführung durch Graceland war sehr Interessant und alles führte dann zu dem letzten Punkt, dem Grab von Elvis. Ja, ich gebe es zu, auch ich hab dort eine Träne vergossen.

Die Autosammlung und das Flugzeug kann man sich anschauen, muss aber nicht sein. Im Anschluss hab ich mir dann noch die Sun-Studios angeschaut, bei denen Größen wie Elvis, Johnny Cash, Carl Perkins und Jerry Lee Lewis ihre ersten Platten aufgenommen haben. Das Studio ist nicht so Interessant wie die Storys die der Guide zu erzählen weiß. Abends dann nach Tunica in Mississippi, einem Dorf mit etlichen Spielcasinos. Dort hab ich ein klasse Hotel für weniger als 30$ die Nacht bekommen. Das Abendessen im Casino hat mich dann auch nichts gekostet, da ich an den Automaten 40$ gewonnen habe.

Huntsville

Tags darauf dann die Weiterfahrt nach Huntsville in Alabama. Hier steht an dem Ort, an dem nach dem 2. Weltkrieg Wernher von Braun und seine Kollegen die Raketen für die NASA entwickelt haben das U.S. Space & Rocket Center. Hier konnte man neben Zivilen und Militärischen Raketen auch noch viel Weltraumzubehör sehen. Ist auf jeden Fall den Besuch wert. Alles in Allem war das eine schöne Reise mit vielen Erlebnissen, die ich bestimmt mal wiederholen werde.