Texas und Louisiana 2013

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Meine nächste Reise in die USA, diesmal nach Texas mit einem Abstecher nach Louisiana nach New Orleans. War gespannt ob die Stadt nach dem Hurrikan Katharina wieder aufgebaut ist. Die Einzelheiten zur Reiseplanung hab ich im Blog schon beschrieben.

Dallas – Fort Worth

Nach meiner Ankunft am Flughafen Dallas – Fort Worth und der Übername meines Leihwagens, eines Dodge Geländewagens, bin ich in die Innenstadt von Dallas gefahren. Vielleicht lag es ja daran, dass es Sonntag war oder dass es schrecklich heiß war, jedenfalls waren kaum Menschen auf den Straßen. Eigentlich wollte ich ein Steakhaus oder irgend ein Restaurant finden um meine erste echte Texasmahlzeit einzunehmen. Also hab ich beschlossen, nachdem ich auch noch ein wenig in der Innenstadt herum gefahren bin, zu meinem Hotel zurück zu fahren. Hier war daneben noch ein Restaurant, so dass ich doch noch zu einem Steak gekommen bin.

Am nächsten Tag bin ich dann nach Fort Worth in den historischen Stockyards District gefahren, einem ehemaligen Umschlagplatz für Rinder und Schweine mit angeschlossenen Schlachthöfen. Hier hat sich mit der Texanischen Cowboyruhmeshalle, einer Rodeohalle und etlichen Restaurants und Geschäften eine Art Cowboyvergnügungspark entwickelt. Die Hauptattraktion ist die Herde mit Longhorn-rindern die zweimal am Tag vom Cowboys durch die Straße getrieben werden. Auch der größte Saloon der Welt ist dort, Billy Bobs Texas, ein ehemaliger Supermarkt, teilweise mit Livemusik. Näheres unter Fortworthstockyards.org. Nachmittags hab ich mich dann auf die Spuren eines der größten Verbrechen des letzten Jahrhunderts gemacht, um das sich alle möglichen Verschwörungstheorien ranken. Im 6.Floor Museum im ehemaligen Schulbuchlager von Texas ist hier eine große Ausstellung untergebracht. Mit einem MP3-Player in Deutsch kann man alles in Ruhe anschauen. Leider war hier fotografieren strengstens verboten. Näheres und Fotos findet man unter JFK.org, für mich das interessanteste in Dallas. Danach war ich dann noch in einem echten Texas BBQ zum Abendessen. Auch für den großen Hunger reicht hier eine kleine oder normale Portion voll aus, denn die Mengen an Fleisch die hier auf den Teller gehauen werden sind gigantisch.

Shreveport

Am nächsten Tag dann weiter über Henderson nach Shreveport in Louisiana da ich gedacht habe die 750km bis New Orleans wären an einem Tag zu viel. Hab mich da aber getäuscht, denn erst stellte sich das in einem Prospekt angepriesene Henderson als eine Ansammlung von Häusern in der Nähe einer Straße heraus, an der Geschäfte und Tankstellen lagen. Dann also weiter nach Shreveport, dem „Klein Las Vegas“ in Louisiana, das von einem Fluss von der Nachbarstadt Brosier City getrennt ist. Bei der Buchung hab ich mir gedacht, da sind 5 Casinos in Laufentfernung, also kann das ein lustiger Abend werden. Doch dann war meine Endtäuschung groß als ich feststellen musste, dass über die Brücken kein Fußweg geht. Und ich war auf der weniger interessanten Seite des Flusses im Hotel. Also erst mal in beiden Casinos auf meiner Seite etwas zocken, ein paar Bierchen, dann mit dem Taxi auf die andere Seite. Doch nachdem ich mehr als 50 Minuten auf das bestellte Taxi gewartet habe hab ich es aufgegeben, hab mich in ne Bar gesetzt und noch ein paar Bierchen getrunken.

In New Orleans

Mittwoch also auf nach New Orleans, 500km auf dem Freeway. Schon gut dass ich dieses mal ein größeres Auto gemietet habe. Als ich dann im gebuchten „Embress Hotel“ angekommen bin der Schock, eine echte Bruchbude, doch wenigstens sauber. Bis zum Frech Market waren es nur 600m zu laufen, also ideale Lage. Erst hatte ich schon Sorge wegen des Mietwagens, doch dann hab ich gesehen, dass in dieser Gegend nur wesentlich teurere Autos herum gestanden sind, also brauchte ich mir auch keine Sorgen machen. Auf in die Stadt, erst mal ein Bummel über den French Market mit seinen Nippes- und Lebensmittel Ständen, dann weiter in eine Bar mit Livejazz. Hier hab ich mir ein Gumbo bestellt, einen Eintopf mit Meeresfrüchten und allem möglichen, hat gut geschmeckt. Dann am Fluss entlang bis zum „Harras“ Spielcasino gelaufen um dort ein paar meiner Reiseschecks zu Geld zu machen. Dann mit der Straßenbahn auf der Canal Street bis zur Bourbon Street gefahren. Hier kann man in den vielen Kneipen und anderen Etablissements einen schönen Abend verbringen. Ich hab mir eine Kneipe mit Livemusik ausgesucht, in der man für 2 Bier nur 5 Dollar bezahlt hat. War echt ein schöner Abend, wenn auch der Heimweg nicht so leicht gefallen ist. Am nächsten Morgen wollte ich mir erst einmal den Garden Distrikt anschauen. Hier ist natürlich die Preisgestaltung des öffentlichen Nahverkehrs in New Orleans super. Für ein Ticket zu 2$ kann man einen ganzen Tag alle öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Der Garden Distrikt mit seinen Typischen Südstaatenhäusern in den großen Gärten ist schon schön anzuschauen. Doch bei 37° im Schatten reicht auch ein Straßenzug. Interessant war auch der alte Friedhof in der Mitte dieses Viertels. Doch erstaunlich wie viele deutsche Inschriften an den Grabstellen zu lesen sind. Dann wieder in Richtung der Innenstadt, erst mal was Essen. In der Buba Gump Shrimp Company hab ich mal frittierte Austern probiert. Echt gut, aber auch etwas wenig. Ein paar Häuser weiter war dann eine Brauerei, auf der Tafel davor stand „Today German Style Weißbier“. Da konnte ich nicht widerstehen und bin hereingegangen. Respekt, die machen da ein echt gutes Weizen, auch wenn die Halbe 8$ kostet. Dafür hab ich dort für weitere 8$ einen klasse Burger mit Pommes bekommen, so dass ich für den nächsten Programmpunkt gestärkt war. Im Flusshafen hab ich einen Dampfer bestiegen für eine Flussrundfahrt. Bei einer Fabrik neben dem Fluss habe ich erst gedacht, das ist eine gigantische Industrieruine, doch dann stellte es sich raus, dass das die mit Abstand größte Zuckerfabrik in den USA ist. Abends dann wieder in die Burbonstreet. Ein Tipp von mir: Handganaten, ein Plastiggefäß in Form einer Handgranate mit süßem Inhalt auf viel Eis schmeckt zwar gut, aber die Wirkung ist nicht zu Unterschätzen! Ich bin zwar am nächsten Morgen in meinem Hotel aufgewacht, aber ein paar Minuten fehlen mir da.

Houston

Auf dem Weg nach Houston hab ich mir am Morgen erst mal eine historische Plantage angeschaut. Die Oak Alley Plantation ist eine ehemalige Zuckerplantage am Mississippi 70km Stromaufwärts von New Orleans. Echt schön die Lage, das Haus hinter eine Allee aus alten Eichen. Durch diesn Umweg war fuhr ich dann die nächsten 200km in Richtung Houston über Land. Ist schon beeindruckend wenn man vorbei anriesigen Zuckerrohrfeldern und Baumwollplantagen fährt. Zum Essen hab ich an einer ziemlich „Verhauten“ Bude angehalten, doch um diese standen mehr als 10 Handwerkerfahrzeuge. Da kann man drauf gehen, auch hier war das Essen gut, reichlich und nicht teuer. Abends bin ich dann in Houston angekommen. In der Nähe des Hotels lag sogar ein Restaurant für das Abendessen. Nur eine 5-spurige Straße überqueren und zwei kleinere Einmündungen und schon waren die 300m Fußweg erledigt.

Am nächsten Morgen war mein erstes Ziel das Space Center in Houston. Der Empfangsbereich ist als Museum ausgelegt, auf dem Gelände wird man mit Touristenbahnen zu den einzelnen Attraktionen gefahren. Die Interessantesten sind dabei das Kontrollcenter und das Trainingscenter so wie die ausgestellte Saturnrakete. Das alles kann man auf eigene Faust mit einem MP3-Player auf Deutsch erkunden. Mann muss nur die Nummer an der Station eingeben und die Erklärung kommt auf den Kopfhörer.Dann weiter an die Küste nach Galveston. Eine kostenlose Minikreuzfahrt mit der Fähre nach Port Bolivar machen. Echt eine schöne Fahrt vom Hafen von Galveston, über der Fähre fliegen die Pelikane, neben der Fähre schwimmen Delfine und auf dem Meer ist jede Menge an Schiffsverkehr. Sollte ich mich mal im Alter in den USA niederlassen wollen, dann auf Port Bolivar. Am Strand ein Cafe aufmachen und wenn keiner kommt, einfach die Angel ins Meer halten und den Schiffen zuschauen. Danach hab ich mir in einem Fischrestaurant am Fischereihafen einen „Steampott“ genehmigt, einen Topf mit Krabben, Kartoffeln, Wurst und Maiskolben, alles zusammen mit Cayungewürzen gekocht, schmeckt echt gut. Dieser Tag hat mich dafür entschädigt dass ich Corpus Christi ausgelassen habe um mir 500 km Weg zu sparen.

San Antonio

Auf nach San Antonio, der Stadt des Alamo, dem Symbol für die Unabhängigkeit von Mexiko. Als ich von meinem Hotel die 500 m bis zu Alamo gelaufen bin machte die Stadt auf mich keinen besonders guten Eindruck. Das Alamo, jetzt ein Nationalmuseum mit freiem Eintritt ist sehenswert, aber in einer Stunde eigentlich Abgehakt. Ich beschloss für mich, doch mal eine Stadtrundfahrt mitzumachen, um meinen Eindruck von der Stadt noch zu berichtigen. Leider hat sich für mich herausgestellt, dass der Eindruck doch nicht getäuscht hat. War zwar interessant, ein paar Details über die Stadt zu bekommen, aber einen echten Höhepunkt konnte ich nirgends entdecken. Abends dann ein Bummel auf dem Riverwalk, einer Gasse mit Läden und Restaurants die mitten in der Stadt an beiden Seiten des Flusses zu finden ist. Man kann sogar mit Schiffen auf dem Flüsschen fahren. Eigentlich ganz schön zum Bummeln und Essen.

Austin

Morgens dann weiter nach Austin. Da ich genügend Zeit hatte beschloss ich einen Abstecher nach New Braunfels, einer Gemeinde die 1845 von einem deutschen Prinzen gegründet wurde. Ich hab neben einer Bäckerei geparkt, aus der es sehr gut gerochen hat. Hab selten so gute Faschingskrapfen gegessen wie dort, waren als „German Donuts“ ausgezeichnet. Dann bin ich zu einer Tropfsteinhöhle in der Nähe gefahren, den Natural Bridge Caverns. Ich hab noch nie so große Tropfsteine gesehen. Danach bin ich nach Gruene gefahren, einem historischen Ortsteil von New Braunfels, mit Läden und einem Restaurant. In dem Antik-laden sind sehr viele Erinnerungsstücke an die Deutschen Einwanderer vor mehr als 150 Jahren zu sehen. Im Anschluss dann weiter nach Austin, der Hauptstadt von Texas. Da Austin auch den Ruf als Livemusikmetropole der Staaten hat bin ich mit dem Bus fast eine Stunde in die Innenstadt gefahren. An der 6. Straße hab ich dann das gefunden nach dem ich gesucht habe. Eine Kneipe an der anderen, fast aus jeder Livemusik, echt klasse. Ich hab mich dann für eine mit Rockmusik entschieden bei der die Halbe Lone Star Bier nur 2 Dollar gekostet hat. Und das Bier ist nicht mal schlecht. So war ich Abends im letzten Bus der zum Hotel gefahren ist doch nicht mehr ganz nüchtern, aber was solls.

Am nächsten Morgen dann weiter auf den Spuren der Deutschen Einwanderer in Texas. Auf nach Fredricksburg, einer Gemeinde so 100 km östlich von Austin mit reicher Kultur und einem Museum mit historischen Gebäuden aus der Gründerzeit. Die Museumsleiterin hat mich auf deutsch angesprochen, einem „Texasdeutsch“, das sich von der Aussprache etwas komisch anders anhört, aber sehr gut zu verstehen ist. Bis 1950 wurde dort in den meisten Familien nur deutsch gesprochen, die Kinder haben Englisch erst in der Schule gelernt. Interessant war auch in der Dorfschmiede der Schaukasten mit allen möglichen Mustern von Stacheldraht und das original erhaltene Klassenzimmer. Danach bin ich dann an den Ort gefahren, den die US-Countrygrößen für einen wichtigen Ort halten um wieder zurück zu den Wurzeln des Lebens zu kommen.

Und wirklich, eine Scheune als Tanzsaal, ein Laden, eine Kneipe und das ganze Umfeld machten wirklich den Eindruck, dass hier das Leben noch langsamer geht. Dieser Eindruck wird mit viel Arbeit gepflegt, die Bewohner leben von den Leuten die sich das einmal anschauen wollen. Aber für einen Abstecher und ein Bierchen an der Bar (Alkoholfrei, da Autofahrer) durchaus zu empfehlen. Auf dem Rückweg hab ich noch einen Schaubauernhof der noch so bewirtschaftet wird wie im Jahre 1900. Abends dann den letzten Abend wieder mit Bier und Musik in der Altstadt verbracht. Am nächsten Morgen dann wieder nach Dallas gefahren, mein Auto abgegeben. Ich hab in dieser Zeit wirklich mehr als 2000 Meilen gefahren. Dann über Amsterdam wieder zurück nach Deutschland.